Alina Reh mit Traum-Comeback zur EM-Norm – „Mocki“ in den Top-10

Deutsche 10.000 Meter-Meisterschaften in Pliezhausen, 07.05.2022

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Zum zweiten Mal nach 2018 kam die nationale Laufelite nach Pliezhausen, um die Deutschen Meister über 10.000 Meter zu finden. Bei kühlen, aber optimalen Laufbedingungen strahlten die neuen Meister Alina Reh (SCC Berlin) und Simon Boch (LG telis Finanz Regensburg) nicht nur über ihre Titel, sondern auch die Erfüllung der Norm für die Europameisterschaften in München. Sabrina Mockenhaupt-Gregor vom LV Pliezhausen glänzte bei ihrem Heimspiel mit einer Top-10-Platzierung und einem neuem Deutschen Altersklassenrekord.

Solo-Lauf von Alina Reh sorgt für Begeisterung

Nach einer Herzmuskelentzündung und monatelangem Trainingsausfall hatte Reh eine schwere Phase zu überwinden, gab sie einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Die Entscheidung für einen Start fiel kurzfristig – und wurde belohnt. Nach gleichmäßigem Beginn setzte die Schwäbin schon auf dem vierten Kilometer die entscheidende Attacke. Danach flog sie angetrieben vom begeisterten Publikum förmlich über die Bahn im Schönbuchstadion und der Norm für die EM in München (32:15 Min.) entgegen: „Es war weniger ein Kampf als ein Genuss. Die Zuschauer haben mich getragen!“, war Reh angetan von der tollen Atmosphäre im Schönbuchstadion. Nach 32:06,63 Minuten kam sie als Deutsche Meisterin ins Ziel und krönte ihr Comeback mit der Norm für München. Silber gab es für Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt, 32:26,28 Min.) vor Eva Dieterich (Laufteam Kassel, 32:40,11 Min.).

Sabrina Mockenhaupt-Gregor wird starke Neunte beim Heimspiel

Bei ihrem Heimspiel im Schönbuchstadion überzeugte Sabrina Mockenhaupt-Gregor vom LV Pliezhausen auf ganzer Linie. Die 41-Jährige behauptete sich im Feld der wesentlich jüngeren Mitläuferinnen glänzend und verdiente sich den starken neunten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Doch nicht nur das: Mit ihrer Zeit von 33:37,60 Minuten stellte sie auch einen neuen Deutschen Rekord in der Altersklasse W40 auf, der seit 1989 bei 33:58,69 Minuten stand. Ein Ziel, dass „Mocki“ während der 25 harten Runden angetrieben hat genauso wie die Unterstützung von Familie und Freunden an der Bande.  

Getragen von der „genialen Stimmung“ startete sie das Rennen viel schneller als geplant, was einer erfahrenen Läuferin wie ihr eigentlich nicht passieren sollte, wie sie selbst nach ihrem Rekordlauf mit einem Schmunzeln eingestand. Auf der zweiten Hälfte bewies „Mocki“ dann ihren Kampfgeist, als sie weitestgehend auf sich gestellt gegen die Uhr lief.

Regensburger Doppelsieg bei den Herren – Lorenz Baum hervorragender Sechster

Bei den Männern konnten sich noch vor Halbzeit Filmon Abraham und Simon Boch (beide LG telis Finanz Regensburg) von den Verfolgern lösen. Abraham drückte unermüdlich auf das Tempo, immer im Schlepptau seinen Teamkollegen, bis zur Schlussrunde. 300 Meter vor dem Ziel zog Boch einen unwiderstehlichen Spurt an und konnte als neuer Deutscher Meister in 28:11,69 Minuten sogar noch die EM-Norm (28:15 Min.) unterbieten. Für Teamkollege Abraham blieb „nur“ Silber (28:15,95 Min.). Mit einer halben Minuten Rückstand folgte Homiyu Tesfaye (TSV Pfungstadt, 28:46,11 Min.) auf Platz drei. Lokalmatador Lorenz Baum (LAV Tübingen) rannte in neuer persönlicher Bestzeit (29:46,96 Min.) auf den hervorragenden sechsten Platz.

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Die Deutsche Meisterin Alina Reh beim Autogramme schreiben zu später Stunde
Das Männer-Podium mit F. Abraham (2.), S. Boch (1.) und H. Tesfaye (3.)