Annika Grimm aus dem Gips zu Bronze

Württ. Mehrkampfmeisterschaften der U16 in Dagersheim, 24.07.2022

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Annika Grimm (W15) gewinnt bei den Württ. Mehrkampfmeisterschaften der U16 in Dagersheim die Bronzemedaille im 7-Kampf. Mit 3.467 Punkten (PB) musste sie nur Jule Trickel aus Weilstetten und Franka Burkhardtsmaier von der SG Dettingen/Donau den Vortritt lassen. Dabei hatte Annika bis vor 4 Wochen den kompletten Unterschenkel noch für einen Monat im Gips - Ursache dafür war ein Haarriss im Fuß, den sie sich durch einen Sturz im Hürdentraining zugezogen hatte. Deshalb entschieden sich die LVP-Athletin und ihr Trainer Philipp Schneider auch erst letzten Mittwoch nach einem Testwettkampf dafür, überhaupt an den Start zu gehen. Im Nachhinein wohl die richtige Entscheidung. Ganz beschwerdefrei lief der Wettkampf erwartungsgemäß dann zwar nicht durch, aber Annika bewies nicht zum ersten Mal, dass sie - wenn es darauf ankommt – beißen kann.

Nach dem ersten Tag lag sie im 4-Kampf noch auf Rang sechs, konnte aber mit neuen Bestleistungen im Hochsprung (1,48m) und im Kugelstoßen (9,57m), soliden Leistungen im Sprint (13,94s) und im Weitsprung (4,89m) insgesamt eine neue Höchstpunkzahl von 1.967 Punkten vorweisen. Dass Annikas beste Disziplinen am zweiten Tag des 7-Kampfes liegen, ist kein Geheimnis - deshalb war die Ausgangslage nach Tag eins mit nur 46 Punkten Rückstand auf die Bronzemedaille durchaus vielversprechend.

Zum Start des zweiten Tages stand mit den 80m Hürden dann gleich zu Beginn die große Zitterdisziplin an – eigentlich Annikas Steckenpferd, aber seit dem Sturz und in dieser Saison überhaupt erst das erste Mal, dass sie diese Disziplin im Wettkampf anging. Mit einem soliden Lauf und einer Zeit von 13,05s lief aber alles glatt und sie konnte die ersten Punkte auf die Konkurrentinnen aufholen. Der Schlüsselmoment kam dann im Speerwurf, in dem sie nach einem guten ersten Versuch auf 27,77m im zweiten das erste Mal die 30m-Marke überbot und das 500g-Gerät auf 30,77m fliegen ließ. Damit schob sie sich bereits vor dem abschließenden 800m-Lauf auf Rang drei vor und musste diesen jetzt nur noch verteidigen. Und damit hatte sie keine Probleme, lief sie doch trotz eines Monats kompletten Trainingsausfalls wegen des Gipses immer noch eine gute Zeit von 2:38,69min und ließ die Mitstreiterinnen um Bronze damit weit hinter sich.

Mats Roelofsen bei 9-Kampf-Premiere auf Rang 6

Seinen ersten Mehrkampf über zwei Tage – bei den U16-Jungs der 9-Kampf – bestritt in Dagersheim Mats Roelofsen (M15). Und das mit Rang sechs durchaus erfolgreich. Dabei startete er an Tag eins gleich wie die Feuerwehr: Über 100m steigerte sich der junge Pliezhäuser um fast eine halbe Sekunde – eine Welt im Sprint – auf starke 12,16s. Direkt im Anschluss schaffte er es im Weitsprung erstmals aus seiner hohen Geschwindigkeit Kapital zu schlagen: Mit 5,50m im dritten Versuch steigerte er sich auch hier um fast einen halben Meter und sammelte viele Punkte ein. Im Kugelstoßen ließ er dann mit guten 10,08m nichts anbrennen, bevor es für ihn zur aktuellen Problemdisziplin Hochsprung ging, bei der der erste Dämpfer kam. Noch gelang es ihm nicht sich wirklich in die Höhe zu schrauben, sodass am Ende lediglich 1,36m standen. „Hier müssen wir noch einiges an Trainingsarbeit investieren, aber ich bin sicher, dass hier früher oder später ganz andere Höhen stehen werden.“ schätzt Trainer Schneider die Lage ein. Trotz des suboptimalen Hochsprungs lag Mats nach dem ersten Tag im 4-Kampf auf Rang 10 – alles andere als ein Misserfolg.

Der Speerwurf – eigentlich eine Disziplin des zweiten Tages – wurde in Dagersheim ans Ende von Tag eins vorgezogen. Hier konnte Mats mit 30,91m eine gute Weite erzielen. Zu Beginn des zweiten Tages standen dann auch für ihn die 80m Hürden an. Trotz eines Strauchlers an der fünften Hürde blieb die Uhr für ihn bei 12,41s stehen, was absolut im Rahmen liegt. Darauf folgte seine Wettkampfpremiere im Stabhoch, die nicht unerwartet von Höhen und Tiefen gezeichnet war, am Ende mit übersprungenen 2,20m aber zufriedenstellend verlief. Mit dem Diskus folgte dann eine stärkere Disziplin von Mats, mit 29,02m blieb er zwar etwas unter den Erwartungen, verbuchte damit aber immer noch die drittbeste Weite im Feld. Die abschließenden 1.000m war er bisher auch noch nie im Wettkampf gelaufen, ging diese aber mutig an und finishte in 3:12,40min im Mittelfeld. Am Ende standen 4.427 Punkte und Rang sechs für ihn zu Buche. Gelernt hat er wie jeder junge Mehrkämpfer, dass ein Mehrkampf selten aus lauter Bestleistungen besteht und es in der Regel mehr ein Auf und Ab über zwei Tage ist, bei dem es darum geht, sich nicht von einer weniger guten Disziplin runter ziehen zu lassen – denn dann werden die nächsten Disziplinen ganz sicher nicht besser. Trainer Schneider ist sich aber sicher, dass die jetzt gemachten Erfahrungen ihm schon beim nächsten Mehrkampf sehr hilfreich sein werden.

Ähnliches bekam Pablo Julia Calac (M14) in seinem Wettkampf am eigenen Körper zu spüren. Nach gutem Start mit PB über 100m in 13,05s verlor er im Weitsprung nach einem akzeptablen Versuch auf 4,90m und einem ganz knapp Ungültigen die Lockerheit und beraubte sich damit selbst der Chance auf eine Verbesserung im dritten Versuch. Er konnte auch in den weiteren Disziplinen den Hebel nicht mehr umlegen und schlug sich weit unter Wert, sodass am Ende ein insgesamt enttäuschender 4-Kampf mit 1.775 Punkten und Rang elf für ihn stand.

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