Sensations-Sieg von Tim Holzapfel in Berlin

Deutsche Leichtathletikmeisterschaften in Berlin, 25./26.06.2022

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Bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Berlin (25./26.06.), eingebettet in die sogenannten Finals, rannte Tim Holzapfel sensationell zum Titel über die 800 Meter. Der Athlet der Unterländer LG, der in der Pliezhäuser Laufgruppe unter Thomas Jeggle trainiert, ließ mit einem starken Endspurt im Finale Favorit Marc Reuther und alle weiteren Konkurrenten hinter sich. In 1:49,25 Minuten, zugleich neue Bestzeit, überraschte der Mittelstreckler bei seiner ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften im Aktivenbereich auch sich selbst.

Souveräner Finaleinzug

Am Samstagvormittag stand mit den Vorläufen die erste Bewährungsprobe an. Im zweiten Vorlauf spannte sich Holzapfel gleich hinter den führenden Läufer und ergriff auf der zweiten Runde selbst die Initiative. Am Ende setzte er sich mit dem favorisierten Frankfurter Marc Reuther vom Feld ab und konnte als Zweiter (1:50,02 Min.) ungefährdet das Finalticket buchen. Ganz zur Freude der Pliezhäuser Trainingsgruppe, die nach absolvierter Trainingseinheit im Schönbuchstadion gemeinsam am Livestream mitfieberte.

Der Überraschungssieger der Titelkämpfe

Im Finale am Sonntagnachmittag richteten sich viele Blicke zunächst wieder auf die höher gehandelte Konkurrenz, die der in Reutlingen Studierende bisher nur von den Ergebnislisten der großen Sportfeste kannte. Davon wollte sich Holzapfel nicht beeindrucken lassen, wie er später seine Herangehensweise schilderte: "Ich wollte das Rennen aktiv gestalten!". Und diesen Plan setzte er mustergültig um, indem er sich in der ersten Runde an die Spitze des Feldes setzte und das Rennen von vorne kontrollierte.

Als auf der Gegengerade der Frankfurter Topfavorit attackierte, reagierte Holzapfel sofort und klemmte sich hartnäckig an seine Fersen. Wie im Vorlauf am Vortag kamen beide Athleten Schulter an Schulter auf die Zielgeraden und zur Überraschung aller war es der Württemberger, der den Turbo zünden konnte. Mit weit ausgestreckten Armen und aufgerissenem Mund stürmte er als neuer Deutscher Meister über die Ziellinie im Olympiastadion - und sorgte von Flein bis Pliezhausen für Jubelstürme. Er sei selbstbewusst ins Rennen gegangen, aber hätte sich seinen Überraschungs-Coup selbst nicht erträumen können, so seine erste Reaktion. Auf den Plätzen folgten Rocco Martin (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig, 1:49,59 Min.) und Marc Reuther (Eintracht Frankfurt, 1:49,67 Min.).

In der Mediathek auf leichtathletik.de kann der Sensations-Coup noch einmal miterlebt werden: Link

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