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Erstellt von Christian Deuschle | | Wettkampf

3 Mehrkämpfer erfolgreich auf Reisen

Internationales Mehrkampfmeeting in Lustenau 11.-12.07.2026

Am Wochenende des 11./12. Juli machte sich eine kleine Reisegruppe des LVP auf den Weg ins österreichische Lustenau. Bei besten Bedingungen – mit einem Top Stadion, toller Organisation und sommerlichem Wetter – war alles für ein erfolgreiches Mehrkampfwochenende angerichtet. Für den LVP gingen die drei U18-Athleten Ethan, Fabio und Fynn sowie U20-Mehrkämpfer Mats an den Start. Unterstützt wurden Sie nicht nur von Trainer Philipp Schneider, sondern auch von den mitgereisten Fans und deren Kuhglocken, die ordentlich Stimmung ins Stadion brachten.

Die dreiköpfige Jungsmannschaft zeigte einen tollen Wettkampf und sammelte eine persönliche Bestleistung nach der anderen. 

Allen voran Ethan, der eindrucksvoll zeigte, was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte: Er ist momentan in absoluter Topform!

Schon der erste Wettkampftag lief nahezu perfekt. Gleich zum Auftakt sprintete Ethan die 100 Meter in sehr starken 11,87 Sekunden und verbesserte anschließend auch im Weitsprung mit 5,79 Metern seine Bestleistung. Im Hochsprung bestätigte er seine gute Form mit übersprungenen 1,71 Metern, wobei er besonderes mit seiner Lockerheit überzeugen konnte, die er auch direkt in den zweiten Wettkampftag mitnahm. 

Über 110 Meter Hürden meisterte er erstmals den internationalen Hürdenabstand und überraschte trotz des größeren Abstandes mit - wer hätte es gedacht - einer weiteren persönlichen Bestleistung. 

Beim Stabhochsprung wartete der nächste große Leistungssprung auf Ethan. Mit 3,70m konnte er auch hier seine Bestleistung um 20cm steigern und wichtige Punkte sammeln. Und wenn man einmal im Bestleistungsflow ist dann läuft es! Im Speer wirft Ethan 4m weiter als zuletzt in Pliezhausen und erntete sich auch hier wieder eine neue PB von 37,77m. Beim abschließenden 1.500m Lauf battelte sich Ethan bis ins Ziel mit Trainingskollege Fynn und belohnte sich mit einer Zeit von erstmals unter 5min. 

Das Endergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Mit 5.550 Punkten stellte Ethan eine neue persönliche Bestleistung im Zehnkampf auf und verbesserte sich gegenüber seiner bisherigen Punktzahl um nahezu 500 Punkte – ein absolut beeindruckender Leistungssprung! 

Neben Ethan durfte sich auch Fabio über eine neue Bestleistung im Zehnkampf freuen. Der Grundstein dafür waren durchweg konstante Leistungen in allen Disziplinen – ohne größere Ausrutscher nach unten, was im Mehrkampf schon die halbe Miete ist. Ein Highlight am ersten Tag war seine neue Bestleistung im Hochsprung. Mit starken Sprüngen und neuen Spikes überquerte Fabio erstmals die 1,65m. Auch am zweiten Wettkampftag konnte Fabio neue Bestleistungen sammeln. Nachdem er sich über die Hürden und im Diskus gut geschlagen hat flog der Speer von Fabio auf starke 34,70m. Bei den abschließenden 1.500m konnte Fabio mit einem beherzten Lauf seine bisherige Bestzeit um gleich zehn Sekunden unterbieten und kam nach 5:23min ins Ziel. Alles in allem war es ein sehr gelungener Zehnkampf mit vielen guten Leistungen. Sicher ist aber auch: In einigen Disziplinen ist noch Luft nach oben, weshalb es nur eine Frage der Zeit ist bis auch Fabio in den 5.000 Punkte-Club einzieht. 

Komplettiert wurde das Trio von Fynn, der in Lustenau eine besondere Premiere feierte: Für den U18-Mehrkämpfer stand der erste Zehnkampf auf dem Programm – und den meisterte er mit Bravour.

Der Auftakt hätte kaum besser laufen können. Über 100 m blieb die Uhr bereits nach starken 12,63 Sekunden stehen, was für Fynn eine deutliche neue Bestleistung bedeutete. Auch im Weitsprung zeigte er eine starke Leistung und verpasste seine persönliche Bestmarke mit genau 5,00 m nur um einen Zentimeter. Dass er mit der 5kg Kugel sogar weiter stoßen kann als bisher mit der 4kg Kugel, bewies er eindrucksvoll: Mit 8,78 m gab es gleich die nächste Top-Leistung.

Nachdem die letzten beiden Disziplinen des ersten Wettkampftages nicht ganz nach Wunsch verliefen, ging es am zweiten Tag mit einem regelrechten „PB-Regen“ weiter. Im Diskuswurf (24,42 m), Stabhochsprung (2,90 m) und Speerwurf (30,34 m) stellte Fynn gleich drei weitere persönliche Bestleistungen auf und sammelte damit wertvolle Punkte.

Doch die meisten Punkte ergatterte er über 1.500 m. Das Battle mit Trainingskollege Ethan zahlte sich aus und die starke Form aus dem Training bestätigte sich. Gleich bei seinem ersten 1.500m-Rennen blieb Fynn mit einer Zeit von 4:57m unter der fünf Minuten Marke.

Am Ende stehen starke 4.251 Punkte auf dem Konto – und damit ein rundum gelungenes und äußerst erfolgreiches Zehnkampf-Debüt.

Für Mats bleibt der Zehnkampf in Lustenau ein Wettkampf, den er zunächst einmal verarbeiten muss. Nach einer von Verletzungen geprägten Saison – mit ausgekugeltem Ellenbogen, anschließender Operation und später einer Hamstringverletzung – reiste er mit einem klaren Ziel nach Österreich: die Qualifikation für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften (5.800 Punkte). Nach Hause fuhr er mit einem soliden Zehnkampf, großem Kampfgeist doch leider auch der bitteren Enttäuschung, die Norm knapp verpasst zu haben.

Dabei lag Mats durch allesamt solide Leistungen am ersten Wettkampftag noch voll auf Qualifikationskurs. Besonders beeindruckend war hier seine neue persönliche Bestleistung im Kugelstoßen. Mit starken 11,97m kratzte er erstmals an der 12-Meter-Marke. 

Auch der zweite Tag begann vielversprechend. Über 110 Meter Hürden zeigte Mats was er in seiner Paradedisziplin drauf hat. Durch einen technisch sauberen und schnellen Lauf kam er nach starken 15,47s ins Ziel. Diese Zeit brachte nicht nur wertvolle Punkte für das Mehrkampfkonto, sondern hätte gleichzeitig auch die Qualifikationsnorm für die am selben Wochenende stattfindenden Deutschen Jugendmeisterschaften bedeutet.

Anschließend gingen jedoch nach und nach entscheidende Punkte verloren. Beim ersten Stabhochsprung-Wettkampf seit seinem Ellenbogenunfall im Winter fehlte verständlicherweise noch etwas die Sicherheit. Dennoch bewies Mats großen Mut und meisterte starke 3,40 Meter. Höher ging es leider nicht, denn es folgte der nächste Rückschlag: Der bereits zuvor angeschlagene Oberschenkel machte erneut Probleme. Und auch der Speer wollte nicht so weit fliegen, wie er sollte…

So stand Mats vor den abschließenden 1.500 Metern vor einer Herkulesaufgabe. Um die Norm noch zu schaffen, hätte er seine persönliche Bestzeit um rund 20 Sekunden verbessern müssen. Während viele diese Chance bereits aufgegeben hätten, nahm Mats noch einmal all seinen Mut zusammen. Mit großem Willen und ganz viel  Kampfgeist ging er das Rennen mutig an und kämpfte bis zum letzten Meter. 

Nach starken 4:50 Minuten überquerte er die Ziellinie – mit einer neuen persönlichen Bestleistung und dem Wissen, wirklich alles gegeben zu haben. Für die DM-Norm reichte es leider dennoch nicht.

Die Enttäuschung sitzt jetzt natürlich tief. Doch nach etwas Zeit zum verarbeiten wir auch Mats auf einen Zehnkampf zurückblicken können, auf den er stolz sein kann. 

Trotz langer Verletzungspausen und einer alles andere als optimalen Vorbereitung zeigte er nicht nur starke Leistungen, sondern vor allem eines: ein beeindruckendes Kämpferherz.

 

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