Grimm und Kuhn zum Auftakt mit drei DM-Normen
Regionalmeisterschaften im Mehrkampf der U18/20 in Pliezhausen
Am vergangenen Wochenende fanden im Schönbuchstadion die Regionalmeisterschaften im Mehrkampf der U18 und U20 statt. Am Samstag präsentierte sich das Wetter von seiner besten Seite und die Athletinnen und Athleten hatten sehr gute Bedingungen. Am Sonntag gab es zu Beginn der Wettkämpfe einen kurzen Regenschauer. Man möchte sagen, so wie gewohnt sorgten 70 Helferinnen und Helfer zusammen mit einigen Kampfrichtern für einen reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe an beiden Tagen! Dafür ein herzliches Dankeschön!
Annika Grimm (U20) und Jannes Kuhn (U18) haben sich im ersten Freiluftwettkampf der Saison direkt DM-Normen gesichert und können damit schon jetzt ganz entspannt auf den Rest der Saison blicken. „Auf zwei DM-Normen haben wir gehofft – drei sind es geworden.“ freut sich Coach Philipp Schneider. Dass die beiden die Normen im 7- bzw. 10-Kampf im heimischen Schönbuchstadion knackten, kam nicht wirklich unerwartet. Dass Annika direkt in der ersten Disziplin, den 100m Hürden, mit 15,15s die DM-Einzel-Norm (15,20s) ebenfalls knackte, war dann doch etwas überraschend - zumal sie gerade mitten in der heißen Abiturphase steckt. Doch das schien sie eher zu pushen, denn sie legte im Hochsprung mit (endlich) übersprungenen 1,60m direkt die nächste PB nach. Nach akzeptablen 9,87m im Kugelstoßen und bei 2,4m Gegenwind sehr ordentlichen 26,88s über 200m landete sie nach dem ersten Tag im 4-Kampf bei 2.801 Punkten - so viele wie noch nie. Nachdem am ersten Tag mit Heimvorteil und Sommerwetter alles gepasst hatte, war am zweiten Tag die Luft etwas draußen, für die Normerfüllung (das erklärte Ziel für diesen Wettkampf) reichten schließlich auch mäßige Leistungen. So gelang Annika im Weitsprung kein Versuch vom Brett, der Speer wollte nicht so wirklich weit fliegen und auch über die 800m hatten Annika und die anderen Mädels mit ordentlich Wind zu kämpfen. An diesem Tag aber nicht schlimm, die Norm war zu keiner Zeit in Gefahr. Am Ende stehen 4.397 Punkte (Norm 4.300) und jetzt erst mal zwei Wochen Fokus auf das Abitur, bevor dann im Training wieder Vollgas gegeben wird.
100% fokussiert war auch Jannes, dem erstmals eine Einzelnormerfüllung für deutsche Meisterschaften gelang. Er zeigte einen 10-Kampf ohne Schwächen, dafür mit sieben Bestleistungen und natürlich selbigen im 5- und 10-Kampf. Nach seiner ersten 11er-Zeit über 100m (11,85s) „schwächelte“ er am ehesten noch in seinen eigentlichen Paradedisziplinen Hoch- und Weitsprung. Durch sein hohes Niveau in den beiden Sprüngen sammelte er mit 6,09m und 1,76m aber dennoch ordentlich Punkte. Zudem glich er beides mit unerwarteten 12,15m im Kugelstoßen und starken 53,66s über 400m (zwei Sekunden schneller als letztes Jahr) aus. Damit stand er nach Tag eins im 5-Kampf bei 3.150 Punkten und lag voll im Plan für die Norm im 10-Kampf. Er ließ sich auch vom etwas schlechteren Wetter am zweiten Tag nicht aus der Ruhe bringen, behielt den Flow bei und zeigte direkt zu Beginn über die 110m Hürden wieder eine PB mit 15,81s. Die siebte Disziplin, das Diskuswerfen, war letztes Jahr der Schwachpunkt. Davon war aber nichts mehr zu sehen – Jannes legte sechs Meter auf die bisherige PB drauf und ließ die Scheibe auf 32,42m fliegen. Nach einem kurzen Regenschauer auch beim Stab voller Fokus bei Jannes, Einstellung der PB mit 3,30m. Günstiger Wind dann im Speerwurf: Leicht von vorne, sodass man den Speer schön auf das Luftpolster legen kann – und das gelang Jannes auch. Er packte fast vier Meter auf die bisherige PB, jetzt steht sie bei 41,28m. Damit war ihm die Norm von 5.800 Punkten so gut wie sicher, denn als starken 1.500m-Läufer stellten ihn die zu laufenden 5:10 min vor keine Probleme. Im Gegenteil, es durfte sogar ein Gedanke an die magische 6.000 Punkte Marke verschwendet werden. Allerdings zeigte sich im Rennverlauf, dass die dafür nötige Zeit von 4:37min an diesem Tag nicht drin war. Mit 4:52min kam Jannes dennoch nah an seine PB heran und sammelte am Ende 5.910 Punkte und das Ticket zu den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover ein.
Annika uns Jannes sind also sicher dabei, wenn es Ende August zur Mehrkampf-DM geht. Ein weiterer aussichtsreicher Kandidat ist Mats Roelofsen (U20), der aufgrund einer im Winter erlittenen Ellbogenverletzung noch nicht Hürden laufen und Stabhoch springen kann. Er „testete“ also in den anderen acht Disziplinen die Form – das aber zum Großteil sehr erfolgreich. So brannte er direkt zum Start eine neue Bestzeit über die 100m auf die heimische Bahn: Mit 11,63s war er der schnellste Sprinter des Tages. Auch im Weitsprung übertraf er wie Jannes die sechs Meter: Mit 6,07m flog er nur 2 cm kürzer. Nach akzeptablem Kugelstoßen und ausbaufähigem Hochsprung dann seine große Show über die 400m: Nach 300m waren er und Jannes noch gleich auf, dann spielte er gnadenlos seine Erfahrung aus und zog davon. Nach starken 52,04s stoppte die Uhr für ihn – sieben Zehntel schneller denn jemals zuvor. Mit 3.044 Punkten wäre er voll auf Kurs DM-Norm gewesen. Nachdem er bei den Hürden zuschauen musste, legte er im Diskus mit 34,26m den weitesten Wurf aller Diskuswerfer hin und kam damit bis auf wenige Zentimeter an seine PB heran. Nach der erneuten Zuschauerrolle im Stabhoch konnte auch er die guten Windverhältnisse beim Speerwurf nutzen und lieferte mit 38,59m die nächste PB ab. Auch die abschließenden 1.500m nahm er in Angriff, konnte dabei Jannes noch mit etwas Windschatten helfen und unterbot nach langer Zeit mit 4:58min wieder die 5-Minuten-Marke. Mit acht Disziplinen sammelte er 4.582 Punkte und hätte mit „normalen“ Leistungen über die Hürden und im Stabhoch ebenfalls die Norm (5.800 Punkte) gepackt. Die wird dann im Juni beim Internationalen Mehrkampfmeeting in Bernhausen in Angriff genommen.
Die im Rahmen des Wettkampfs ausgetragenen Regionalmeistertitel gingen in den jeweiligen Altersklassen an Annika, Mats und Jannes. Zudem holte der LVP in den Mannschaftswertungen an beiden Tagen auch die Titel und sammelte so insgesamt 10 Regionalmeistertitel. Neben dem bereits beschrieben gab es viele weitere Storys, die nicht unerwähnt bleiben sollen: Ira Schmiling, die extra für den Wettkampf aus Irland einflog, die ersten Zehnkämpfe von Leo Nock und (ungeplant) von Sebastian Kabisch und etliche Bestleistungen von weiteren Athleten: Marcia Metzger, Ethan Schmidt, Lena Griesinger, Anastasia Fuchs, Lena Michels, Leroy Schmidt und Fabio Di Gennaro.
Alle das kann hier nachgelesen werden: https://ergebnisse.leichtathletik.de/Competitions/Resultoverview/18718